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Wiederholungstäter
Roman,
Berlin Verlag, 2002
"Ich redete mir ein, Hitze hervorragend ertragen
zu können, das ist ein Trick, der immer funktioniert: Man muss sich
einbilden, für das jeweilige Klima geradezu geschaffen zu sein. Der
Kreislauf glaubt solche Lügen, geschwächt wird er durch Angst.
Die Luft war also genau so, wie ich sie brauchte: heiß und feucht
und vermischt mit dem Qualm aus zahllosen Auspuffrohren."
Spätestens seit dem großen Erfolg ihres letzten Romans Aus
dem Schneider gehört Katrin Askan - von Lesern und Kritikern
gleichermaßen anerkannt - zu den wichtigen Autoren innerhalb der
jungen deutschen Literatur.
Nun legt sie zum ersten Mal eine Sammlung mit Erzählungen vor, darunter
eine, für die sie in Klagenfurt den 3sat-Preis
erhalten hat. In diesen zwölf sehr unterschiedlichen Texten zeigt
sie sich erneut als Autorin, die eine eigene Sprache gefunden hat, ihren
Blick auf die Welt in Geschichten zu fassen. Es ist ein sehr genauer Blick,
dem keines der scheinbar unwesentlichen und doch charakteristischen Details
der jeweils eingefangenen Situationen und Menschen entgeht. So wird Wirklichkeit
erzeugt, die auf eine derart sichtbare Weise real ist, dass sie durchsichtig
wird für das Surreale. Da ist die junge Thailand-Touristin. Einen
Tag lang streunt sie durch Bangkok, ihre Wirklichkeit im bunten Gewimmel
der Stadt ist synästhetisch greifbar: gegen die Schuppen gestrichen
ist der Fisch schleimig, die rosa Wurstscheiben sind bräunlich verfärbt,
doch obwohl wir sogar wissen, dass die Klimaanlage im Hotel über
einen Drehknopf, die Lichtschalter über das Telefon zu bedienen sind,
wissen wir am Ende nicht, was sich an diesem Tag tatsächlich ereignet
hat. Und während wir noch immer ganz im Bann der Bangkokbilder stehen,
entdecken wir zu unserer eigenen Überraschung im radikal Fremden
das Eigene. Jenseits von Bangkok und Berlin, Auckland oder Köln denken
wir plötzlich nach über das Wesen von Fremdheit und Identität.
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